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Ich arbeite seit 1997 als Künstlermodell und haben in dieser Zeit an über 850 Aktzeichenveranstaltungen teilgenommen.
Daher traue ich mir zwischenzeitlich auch ein recht gutes Urteilsvermögen über die Qualität von solchen Veranstaltungen zu.
Aber klar, Meinungen sind immer subjektiv, jemand anderes sieht das vielleicht auch anders.
Hier ist jedenfalls mal meine Einschätzung der besten Aktzeichnenangebote in der Region.
Freies Aktzeichnen
Bei freiem Aktzeichnen kann jeder, ohne vorherige Anmeldung, jederzeit dazukommen und einfach mitzeichnen.
Meist treffen sich hier ambitionierte Privatleute und Künstler in gemütlicher Atmosphäre mit wechselnden Aktmodellen.
Beim freien Aktzeichnen ist meist kein Dozent anwesend und es findet kein Unterricht statt, insofern sollten Teilnehmer schon über erste Erfahrungen verfügen.
Zeichenutensilien (Papier und Stifte) muss jeder selbst mitbringen.
Freies Aktzeichnen eignet sich vor allem für Leute mit Zeichen-Grundkenntnissen, die in unverbindlicher und lockerer Atmosphäre, kostengünstig und regelmäßig, Aktzeichnen üben und sich zeichnerisch verbessern wollen.
Demokratisches Zentrum Ludwigsburg
Achtung: Zur Zeit bereits Sommerferien! Es geht erst wieder weiter am 6. Oktober 2010!
Freies Aktzeichnen ohne Betreuung, in einer sehr netten kleinen Gruppe, in gemütlicher Atmosphäre.
Ort: Ludwigsburg-Mitte, Wilhelmstraße 45/1
Termin: jeden Mittwoch 19:00 - 21:00 Uhr (nicht in den Schulferien und nicht im Mai, Juni, Juli, August und September)
Kosten pro Abend: 8 Euro Normalverdiener, 5 Euro Geringverdiener
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Sympathiefaktor: +++++ , Räumlichkeiten: ++++ , Wertschätzung der Modelle: +++++
Forum 3 Stuttgart
Freies Aktzeichnen ohne Betreuung, zentral in der Stuttgarter Innenstadt, stark wechselnde Qualität der Teilnehmer und der Modelle, der Raum ist leider etwas zu klein.
Die Bezahlung der Modelle relativ niedrig. (13,7 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Stuttgart-Mitte, Gymnasiumstraße 19-21
Termin: jeden Mittwoch 19:00 - 21:00 Uhr (nicht in den Ferien)
Kosten pro Abend: 7 Euro Normalverdiener, 5 Euro Geringverdiener
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Sympathiefaktor: ++++ , Räumlichkeiten: +++ , Wertschätzung der Modelle: +++
Kunstakademie Esslingen
Freies Aktzeichnen ohne Betreuung, direkt an der S-Bahn-Station Oberesslingen gelegen, kleine nette Gruppe.
Die Bezahlung der Modelle ist allerdings eine Beleidigung für jedes gute Modell. (32,9 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Oberesslingen, Fritz-Müller-Straße 1
Termin: 14-tägig, Samstags 15:00 - 18:00 Uhr
Kosten pro Nachmittag: 10 Euro
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Sympathiefaktor: ++++ , Räumlichkeiten: +++ , Wertschätzung der Modelle: +
Aktzeichnenkurse, Betreutes Aktzeichnen und Mappenkurse
Aktzeichenkurse bieten den Vorteil des Unterrichts und/oder der Betreuung durch einen Dozenten.
Preislich sind Kurse teurer als freies Aktzeichnen, bieten aber vor allem Anfängern deutlich bessere Lern- und Betreuungsmöglichkeiten.
Die Art und Qualität von Aktzeichnenkursen ist sehr unterschiedlich und abhängig vom jeweiligen Dozenten.
Ich liste deshalb hier nur solche Anbieter von deren Qualität ich halbwegs überzeugt bin.
Kolping Berufskolleg Grafikdesign Heilbronn
Das Kolping Berufskolleg Grafikdesign in Heilbronn bietet Aktzeichnen nur im Rahmen seines regulären Schulunterrichts.
Der Dozent Uli Peter bietet ein sehr umfangreiches, persönliches, fast schon familiäres Betreuungsangebot.
Ort: Heilbronn, Bahnhofstraße 11
Termine: Mittwochs 9:00 - 12:00 Uhr und Freitags 8:00 - 11:00 Uhr (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: +++++ , Didaktisches Konzept: ++++ , Räumlichkeiten: +++++ , Wertschätzung der Modelle: +++++
Volkshochschule Heilbronn
Die Aktzeichenkurse von Bernhard Karlowitz sind sehr zu empfehlen.
Ort: Heilbronn-Mitte, Im Deutschhof
Termin: Montags 18:30 - 20:30 Uhr (Kurse von September bis Dezember und von Februar bis April) (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: ++++ , Didaktisches Konzept: ++++ , Räumlichkeiten: +++++ , Wertschätzung der Modelle: ++++
Volkshochschule Ludwigsburg
Die Aktzeichenkurse von Renate Leidner sind sehr zu empfehlen.
Ort: Ludwigsburg, Karlskaserne
Termin: Mittwochs 19:30 - 21:45 Uhr (Kurse von September bis Dezember und von Februar bis April) (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: ++++ , Didaktisches Konzept: ++++ , Räumlichkeiten: ++++ , Wertschätzung der Modelle: ++++
Pädagogische Hochschule Ludwigsburg
Die Pädagogische Hochschule bietet Aktzeichnen im Rahmen ihres regulären Studienangebots.
Die Dozentin Steffanie Krüger macht einen sehr guten Aktzeichenunterricht und bietet eine gute Betreuung.
Die Bezahlung der Modelle ist ok, aber am unteren Limit. (10,5 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Ludwigsburg, Favoritepark
Termine: Montags 18:00 - 20:15 Uhr (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: +++++ , Didaktisches Konzept: +++++ , Räumlichkeiten: +++ , Wertschätzung der Modelle: +++
Kolping Kunstschule Stuttgart
Die Kolping Kunstschule bietet Aktzeichnen im Rahmen ihrer verschiedenen Kurse und Mappenvorbereitungen: Sowohl Vollzeit-Tageskurse als auch Teilzeit-Abendkurse für Berufstätige.
Die Dozenten Franziska Statkus und Rudi Weiß bieten ein sehr umfangreiches, persönliches, fast schon familiäres Betreuungsangebot.
Die Bezahlung der Modelle ist dafür leider recht niedrig. (19,4 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Stuttgart-Süd, Heusteigstraße 66
Termine: Donnerstags 10:00 - 13:00 Uhr oder 13:00 - 16:00 Uhr und 19:00 - 21:00 Uhr (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: +++++ , Didaktisches Konzept: ++++ , Räumlichkeiten: +++++ , Wertschätzung der Modelle: +++
Freie Kunstschule Stuttgart
Die FKS bietet Aktzeichenkurse sowohl im Rahmen ihres normalen Schulbetriebs als auch Wochenendkurse für Jedermann.
Die Aktzeichenkurse von Andrej Dugin gehören (sowohl für das Modell als auch die Kursteilnehmer) zum anstrengendsten und stressigsten in ganz Stuttgart, aber nirgendwo anders lernen die Kursteilnehmer in kurzer Zeit so viel!
Die Bezahlung der Modelle ist dafür leider recht niedrig. (19,4 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Stuttgart-Münster, Bottroper-Straße 42-44
Termine: Dienstags 12:15 - 15:15 Uhr und Samstags 14:00 - 16:15 Uhr (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: ++++ , Didaktisches Konzept: +++++ , Räumlichkeiten: ++++ , Wertschätzung der Modelle: ++
Volkshochschule Stuttgart
Die Aktzeichenkurse von Yildiz Tüzün und Karla Kreh sind zu empfehlen, eignen sich aber eher für Leute mit schon etwas Vorerfahrung.
Die Bezahlung der Modelle ist dafür leider recht niedrig. (19,4 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Stuttgart-Mitte, Treffpunkt Rotebühl
Termin: Yildiz Tüzün: Montags 18:30 - 21:00 Uhr (Kurse von Oktober bis Mai), Karla Kreh: Wochenendkurse (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: ++++ , Didaktisches Konzept: +++ , Räumlichkeiten: ++++ , Wertschätzung der Modelle: ++
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Die Kunstakademie bietet Betreutes und Freies Aktzeichnen, sowie freies Arbeiten mit den Aktmodellen, im Rahmen ihres regulären Studienangebots.
Die Bezahlung der Modelle ist allerdings eine Beleidigung für jedes gute Modell. (31,0 Prozent unter ortsüblicher Durchschnitts-Aktmodellgage, sehr viel Bürokratie, 2-3 monatiges Warten auf die Überweisungen - Mehr zum Thema Bezahlung von Aktmodellen.)
Ort: Stuttgart, Am Weißenhof 1
Termine: Freies Arbeiten: Dienstags 10:00 - 18:00 Uhr, Betreutes Aktzeichnen: Mittwochs 14:00 - 20:00 Uhr (Teilnahme nur nach Voranmeldung)
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Sympathiefaktor: +++ , Didaktisches Konzept: ++ , Räumlichkeiten: +++ , Wertschätzung der Modelle: +
Heute übliche Bezahlung für Modelle bei künstlerischem Akt- und Portraitzeichnen
Da das Thema der Modellbezahlung oben angesprochen wird, hier zur Ergänzung:
Nach meinen eigenen Berechnungen (die sich auf genau 70 Aktzeichnenveranstalter, vorrangig aus den Großraum Stuttgart, Ludwigsburg, Heilbronn, Esslingen beziehen) liegt der durchschnittliche Stundensatz für Modelle beim Aktzeichnen derzeit bei 17,38 Euro pro 60 Minuten.
Die Spanne reicht dabei von 10 bis 30 Euro.
Nachdem sich der Durchschnitt (nach der Euro-Einführung) in den Jahren 2002 bis 2004 bei 15 Euro eingependelt hatte und in den Jahren 2005 und 2006 erstmals leicht gestiegen ist, hat es im Jahr 2008 einen weiteren Schub auf ca. 17 Euro gegeben.
Da sich in letzter Zeit immer mehr Veranstalter auf einen Stundensatz von 20 Euro einzupendeln scheinen, war selbst im Krisenjahr 2009 ein leichter Aufwärtstrend in Richtung 18 Euro zu erkennen.
Die durchschnittliche Bezahlung für Portraitzeichnen / Bekleidete Figur liegt übrigens nur leicht darunter: Derzeit bei 12,67 Euro pro 60 Minuten.
Dies hängt vor allem damit zusammen, dass heutzutage kaum noch ein Modell, und auch fast kein Veranstalter, eine Trennung zwischen Akt und Bekleidet mehr macht.
Da zudem Akt und Bekleidet körperlich gleich anstrengend und aufwändig sind, hat sich inzwischen fast überall ein einheitlicher Stundensatz für beides etabliert.
Empfohlene Stundensätze und Preisempfehlungen für Komparsen, Statisten, Fotomodelle, Künstler- und Aktmodelle
Dumpinglöhne kontra unzuverlässige Modelle
Ich höre immer wieder Klagen von Kunstschulen und Veranstaltern, dass es so extrem schwer sei gute, disziplinierte, seriöse, anspruchsvolle, zuverlässige und pünktliche Aktmodelle zu finden.
Gleichzeitig erlebe ich es aber auch selbst ständig, dass manche Aktzeichenveranstalter mit ihren Modellen auf völlig unwürdige Art und Weise umgehen, die Modelle teilweise unter gesundheitsschädlichen und menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen und immer wieder versucht wird, die Modelle mit absoluten Dumpinglöhnen abzuspeisen und selbst diese noch runter zu handeln.
Ja ich weiß: wir alle müssen sparen, auch an der Kunst- und Kulturszene gehen Sparmaßnahmen nicht vorbei und viele Künstler haben ohnehin auch nicht viel Geld.
- Nur ist es, meines Erachtens, trotzdem ziemlich unfair, wenn Künstler und Kultureinrichtungen die wenig Geld haben (aber immerhin welches haben), dies ausgerechnet an denen auslassen, die noch deutlich weniger haben als sie selbst und zur untersten Gesellschaftsschicht gehören.
- Fast alle Portrait-, Akt- und Künstlermodelle in der Region Stuttgart leben unterhalb des Existenzminimums!
Selbst hauptberufliche Portrait-, Akt- und Künstlermodelle kommen nicht ohne zusätzliche Jobs in anderen Branchen oder staatliche Unterstützung aus!
Der Beruf des Portrait-, Akt- und Künstlermodells ist ein körperlich und psychisch extrem anstrengender Job, ihn gut, zuverlässig und seriös auszuüben ist eine hohe Kunst!
- Da kann es doch eigentlich nicht sein, dass Menschen die diesen Beruf quasi fast schon in Vollzeit ausüben, nur deshalb über die Runden kommen, weil sie nebenher noch staatliche Unterstützung beziehen!
Daher ist es übrigens auch nicht verwunderlich, dass Künstlermodelle oft als unzuverlässig gelten:
Da sie ständig auf's Geldverdienen angewiesen sind, bewerben sie sich meist parallel bei verschiedenen Jobs, entscheiden sich dann für den fairsten und bestbezahltesten und sagen andere Jobs kurzfristig ab.
Ich weiß, überall muss gespart werden und niemand hat Geld im Überfluss, aber wer seine Modelle wie ein Stück Fleisch behandelt, unter oft unwürdigen Bedingungen arbeiten lässt und mit oft schon fast sittenwidrigen Dumpinglöhnen abspeist, der darf sich auch nicht wundern, dass es so schwer ist, gute, disziplinierte, seriöse, anspruchsvolle, zuverlässige und pünktliche Aktmodelle zu finden.
Fazit:
Wer ein professioneller, anspruchsvoller und verantwortungsbewusster Künstler oder Kursveranstalter sein will, sollte Wert auf gute, seriöse und zuverlässige Modelle legen!
- Und er sollte daher die Modelle so behandeln, wie er auch selbst behandelt werden möchte:
Mit Würde, Respekt und Achtung.
Und dazu gehört eben auch das Bezahlen von menschenwürdigen und leistungsgerechten Gagen!
Dumpinglöhne kontra unseriöse männliche Aktmodelle
Ich erhalte oft Beschwerden von Schulen und Künstlern wegen unseriösen männlichen Aktmodellen.
Und auch immer wieder Mal die Frage: "Kannst Du uns nicht gute und seriöse männliche Aktmodelle empfehlen?"
- Allerdings ist dies, ebenfalls (zumindest teilweise) aufgrund der sehr geringen Bezahlung von Aktmodellen, eher schwierig:
Da Aktmodell früher ein typischer Frauenberuf war ist er traditionell eher schlecht bezahlt.
Für Männer ist diese Bezahlung sehr unattraktiv, dauerhaft nicht einträglich genug und der Job langfristig sogar eher karriereschädlich.
Die Folge:
Die niedrige Bezahlung stößt seriöse männliche Modelle eher ab, zieht aber solche Männer an, denen es nicht ums Geld verdienen, sondern ums Aufgeilen geht!
- Wer also wenige bezahlt, lockt damit zwangsläufig immer vor allem Exhibitionisten an.
Das Problem:
Tatsächlich gibt es zwar sehr viel mehr Bewerbungen von männlichen Aktmodellen als von weiblichen, allerdings sind nur sehr wenige Männer in der Lage den Job wirklich seriös und professionell durchzuführen.
- Für weibliche Aktmodelle ist der Beruf des Aktmodells in erster Linie eine Frage der Überwindung, für Männer ist es dagegen vor allem eine Frage der Hormonkontrolle und des offenen Umgangs mit körperlichen Unzulänglichkeiten.
- Und an diesen beiden Punkten scheitern viele Männer schlicht und ergreifend:
Von männlichen Aktmodellen wird erwartet, dass sie über mehrere Stunden hinweg keine Anzeichen einer Erektion zeigen.
Da aber viele Männer zum einen die Vorstellung des "sich nackt zeigen" sehr erotisch finden, und fast alle Männer auch im normalen Alltag eigentlich ständig (angeblich 200 Mal pro Tag) an Sex denken, ist dies für sie eine sehr große Herausforderung.
- Zudem erfährt man in dem Job auch sehr schnell, welche körperlichen Unzulänglichkeiten man hat und, dass Mann (im Gegensatz zur eigenen Einschätzung) dann doch nicht so attraktiv, potent und selbstbeherrscht ist, wie man dies als Mann gerne in der Öffentlichkeit vorgibt.
Man muss daher als Mann auch sehr gut in der Lage sein öffentlich zu seinen körperlichen Schwächen zu stehen und auch mal vor Publikum eingestehen können, dass man doch nicht so gut die Kontrolle über den eigenen Körper hat, wie man gerne vorgibt.
Fazit:
Der Job als seriöses und professionelles Aktmodell ist für Männer eine extrem große Herausforderung und nur leistbar, wenn Mann es schafft, über mehrere Stunden hinweg, jegliche erotische Gedanken und Regungen zu unterdrücken.
Optimalerweise eignet sich der Beruf Aktmodell eher für Männer mit geringerem Sexualtrieb und geringerer Selbstüberschätzung, die zudem offen über ihre körperlichen und sexuellen Schwächen reden können.
Da dies alles aber bei Männern eher selten ist, ;-) ist es eben schwierig gute männliche Aktmodelle zu finden.
Und die wenigen die es gibt, sind dann oft nicht bereit zu Dumpinglöhnen zu arbeiten und dadurch ihre spätere berufliche Karriere zu gefährden.
Dumpinglöhne kontra Schwarzarbeit
Ich kenne 70 Aktzeichenveranstalter:
Davon verlangen nur 7 von den Modellen, dass sie ihre Gage ordungsgemäß versteuern.
19 verlangen zumindest eine Quittung, weisen aber nicht darauf hin, dass die Modelle das Geld versteuern müssen.
44 bezahlen das Geld bar aus, ohne sich dies in irgendeiner Weise belegen zu lassen.
Eine unrepräsentative Befragung unter ca. 250 Aktmodellen im Laufe der letzten 10 Jahre ergab:
Nur ca. 15 Prozent aller Aktmodelle geben ihre Gage bei der Steuer an. 85 Prozent arbeiten schwarz!
Ok, die Gründe liegen auf der Hand:
Die Gage ist sehr niedrig, da will man nicht auch noch Steuern und Versicherungen bezahlen.
- Man will eh nicht so viele schriftliche Beweise, dass man als Aktmodell arbeitet.
(Wie erkläre ich es dem Finanzamt, der Krankenkasse und somit letztlich meinem privaten Umfeld?)
- Und überhaupt, sind das nicht alles Bagatellbeträge? (Ok, bei einigen Modellen stimmt das wohl sogar auch.)
Auch für die Zeichenveranstalter und Zeichengruppen ist die Schwarzarbeit vieler Modelle sehr vorteilhaft:
Modelle die ohne Quittung arbeiten sind deutlich günstiger und leichter zu bekommen!
Ich will hier nicht den Moralapostel spielen!
- Jeder soll selbst entscheiden, ob er Steuern zahlen will oder nicht.
- Nur ist auch dies wieder so ein Fall, wo viele Künstler und Kunstschulen ihre Modelle ins offene Messer laufen lassen, nur um dadurch Kosten zu sparen und Modelle zu günstigeren Preisen zu bekommen:
Man bezahlt, wie selbstverständlich, junge unerfahrene Modelle bar und ohne Quittung aus. (Die freuen sich ja sogar darüber!)
Dadurch erspart man sich als Veranstalter viel Arbeit und hohe Kosten.
Wenn die Sache jemals auffliegen sollte (was unwahrscheinlich ist, da auch die Modellgebühren der Teilnehmer meist ohne Quittung kassiert werden) gibt es keinerlei Beweise und man kann sich darauf berufen, dass es ja die Aufgabe der Modelle gewesen wäre die Gage zu versteuern.
Ich will hier nicht zu Steuerehrlichkeit aufrufen, aber manchmal stört es mich schon, dass gerade die Branche, die auf die Barrikaden geht, wenn staatliche Zuschüsse zu Kunst und Kultur gekürzt werden, einen enorm hohen Anteil an Schwarzgeld aufweist.
(Nicht nur im Bereich Aktmodellbezahlung, in der Kunstszene wird ja insgesamt erstaunlich viel ohne Quittung gearbeitet.)
Fazit:
Wer ein seriöser Veranstalter sein will, sollte seine Modelle zumindest darüber informieren, dass Steuerpflicht besteht und Modelle nur mit Quittung arbeiten lassen.
Es liegen doch nicht alle Probleme nur an den Dumpinglöhnen!
Natürlich, alle obigen Probleme würde es auch geben, wenn Aktmodelle besser bezahlt würden!
Aber man hätte bei der Auswahl der Modelle einfach mehr Möglichkeiten.
Viele Schulen, Gruppen und Auftraggeber haben heute nur ein einziges Auswahlkriterium für Aktmodelle: Den Preis.
- Man ist froh über jeden, der überhaupt noch bereit ist, zu den niedrigen Gagensätzen zu arbeiten, da kann man die Modelle nicht auch noch darauf prüfen ob sie gut, zuverlässig oder seriös sind.
In jeder anderen Branche gibt es Auswahlverfahren und Vorstellungsgespräche, wo aus einer Vielzahl an Bewerbern die besten rausgepickt werden.
Nicht so bei Aktmodellen: da ist man froh wenn man Bewerber hat, die zu den schlechten Bedingungen überhaupt arbeiten wollen. - Wer sich bewirbt hat den Job.
Fazit:
Geld ist nicht alles, aber höhere Gagen bieten die Möglichkeit die besten Modelle rauszupicken und schlechte, unzuverlässige und unseriöse Aktmodelle rauszuschmeißen.
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