Alle Infos beziehen sich auf die 2004er Neubearbeitungen.
Glückliche Tage - Am Rande des Abgrunds
| Material: |
Gedreht auf VHS-C und Video8, analog geschnitten auf S-VHS bei "Framestyle" Leinfelden. 2004 digital gemastered und neu geschnitten auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Im August 1994 in Stuttgart und von Januar bis Juni 1995 in Stuttgart und auf Langeoog. |
| Premiere: |
21. Juni 1995 im AREAL Leinfelden. |
| Länge: |
116 Minuten |
| Produktionsnotizen: |
Das Vorwort des Romans zum 1. Glückliche Tage Film. |
| Drehbuch: |
Zu dem Film existierte kein Drehbuch! |
| Der Roman zum Film: |
Zum Nachlesen als PDF-Datei. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
Frühjahr 1995:
Bei den Besitzern der Brathähnchen-Kette "Südforst" geht es drunter und drüber.
Firmenchef Lorenzo Bertani stirbt an einem Herzinfarkt, und seine Witwe Carlotta steht allein an der Spitze des Konzerns, der tief in den roten Zahlen steckt.
Ihr arbeitsscheuer Sohn Patrick und ihre weltfremde Stieftochter Sophia erschweren ihre Situation noch.
Da taucht zu allem Übel auch noch ein junger Fotograf namens Gunnar Nordenstam auf, der behauptet, Carlottas erster Sohn zu sein, der vor 25 Jahren entführt wurde und von seiner geisteskranken Entführerin verfolgt wird.
Zudem ist Sohn Patrick noch immer auf der Suche nach seiner großen Liebe Wendy, die mit Amnesie auf Sylt herum irrt.
Dass dann noch zwischen den Stiefgeschwistern Sophia und Patrick und zwischen Stallbursche Dick und Fotografinnengattin Selma die Liebe ausbricht macht das Chaos nicht einfacher.
Dass Südforst-Mitarbeiterin Emmanuelle Coucher im Nebenjob als Nana Mouskouri-Double arbeitet und regelmäßig Geld aus der Firmenkasse stiehlt, um ihrem drogensüchtigen Bruder Philippe das "auf den Strich gehen" zu ersparen ist da fast schon Nebensache.
- Nicht jedoch für Gangster Mario und Valerio.
Und auch nicht für die geisteskranke Agnetha Nordenstamm, die weder vor Brandanschlägen noch Mord zurückschreckt. |
| Unser Urteil: |
Der kultigste aller GT-Filme!
Liebe und Triebe, Intrigen und Macht, Geld und Gier, Geschwisterliebe und eine Transe als Serienmutter.
Kitsch, Kult, Parodie, Satire, geniale Musik, wilde Tanzeinlagen und bewundernswerte Darsteller.
Zwar mit vielen technischen, handwerklichen und schauspielerischen Schwächen, aber auch mit einem tollen Grundkonzept, genial-schrägen Ideen und fantasievollen Einfällen.
Und auch die handwerklichen Mängel haben ihr Gutes:
Da der Film komplett ohne Drehbuch entstanden ist und man beim Dreh nicht wusste, ob und wie man ihn schneiden könnte, wurden viele Szenen komplett ohne Schnitt durchgedreht und Dialoge von den Darstellern oft frei improvisiert.
- Es ist eine helle Freude den Darstellern beim minutenlangen Improvisieren zuzuschauen!
- Lange vor der Erfindung von Impro-Shows im TV hat Jørn Precht hier das Genre "Impro-Spielfilm" erfunden.
- "Dann macht's halt ohne Pferd!" |
Der Räuber und der Prinz
(Märchenfilm, nicht direkt zur "Glückliche Tage"-Reihe gehörend, aber von den selben Machern und genauso Kult.)
| Material: |
Gedreht auf DV und S-VHS, analog geschnitten auf S-VHS bei "Framestyle" Leinfelden. 2004 digital gemastered und neu geschnitten auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Von Januar bis Juli 1996 im Kloster Bebenhausen, im Wäscherschloss Wäschenbeuren, im Schönbuch, auf Burg Hohenrechberg sowie in der Sibyllenhöhle am Fuße der Burg Teck. |
| Premiere: |
21. Juli 1996 im Alten Feuerwehrhaus Stuttgart-Süd. |
| Länge: |
62 Minuten |
| Produktionsnotizen: |
Making Of Infos von Jørn Precht. |
| Drehbuch: |
Zu dem Film existierte kein Drehbuch! |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
Der menschenscheue und grundgütige Prinz Fabian soll, nach dem Willen seines Vater Fürst Georg I., endlich verheiratet werden, um ein würdiger Thronfolger werden zu können.
Bei einem extra arrangierten Ball befreundet er sich dann sogar tatsächlich mit der liebenswürdigen Prinzessin Isabella.
Doch Fabians Bruder Prinz Alexander, dessen Frau Sophia und der vom Fürst verstoßene bösartige Vetter Albert wollen dies verhindern, um selbst die Thronfolge antreten zu können.
Sie vergiften den Hund von Prinz Fabian und erreichen dadurch, dass dieser sich im Wald verläuft und letztlich von Räubern gefangen genommen wird.
Unter den fiesen Räubern befindet sich allerdings auch der herzensgute Räuber Philipp, dieser verhilft Prinz Fabian zur Flucht und befreundet sich mit ihm.
Nach einer gemeinsamen Flucht von Räuber Philipp und Prinz Fabian durch den Märchenwald (und einer Begegnung mit der gar nicht so bösen Hexe Sibyll) kommt es zu einem glücklichen Wiedersehen von Prinzessin Isabella mit Prinz Fabian.
Doch ein weiteres Attentat von Prinz Alexander und Vetter Albert führt zu einem spektakulären Brückeneinsturz bei dem Isabella, Fabian und Philipp in einen reißenden Strom fallen und von den Fluten mitgerissen werden.
Glücklicherweise gelingt es allen Beteiligten dieses Attentat, dank der Hilfe von Faun Gloradin, Elfenkönigin Victoria, Wasserfee Marina, Elfe Melonella und weiteren Märchengestalten, zu überleben und wieder zusammen zu finden.
Doch die nächste Herausforderung steht bereits bevor:
Die bösen Räuber greifen die Burg von Fürst Georg I. an, eine erfolgreiche Verteidigung ist nur möglich, wenn sich alle (der gute und der böse Prinz, samt Anhang) zusammen tun und die Burg gemeinsam verteidigen.
Und tatsächlich kommt es großen Happy End und sogar die Thronfolge lässt sich zufriedenstellend klären, nachdem Prinz Fabian seine "andere Seite" entdeckt und sich zu seiner Liebe zu Räuber Philipp bekennt. |
| Unser Urteil: |
Für einen Amateurfilm professionelle und perfekte Locations, Kostüme und Requisten!
Das ganze gepaart mit einer genialen schräg-fantasievollen Märchengeschichte!
Zugegeben, das Drehbuch und die verwendete Sprache hat einige Schwächen und man bemerkt natürlich deutlich die technischen, handwerklichen und darstellerischen Fehler eines Amateurfilms.
Aber trotzdem, ein wunderschöner kitschig-romantischer Märchenfilm! |
Glückliche Tage II - Schatten der Vergangenheit
| Material: |
Gedreht auf Mini-DV, S-VHS und VHS-C, digital geschnitten auf S-VHS von "ViP Videopictures", Weissach. 2004 digital gemastered und neu geschnitten auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Von September bis Dezember 1996 in Stuttgart. |
| Premiere: |
9. Dezember 1996 im AREAL Leinfelden. |
| Länge: |
146 Minuten |
| Drehbuch: |
Zu dem Film existierte kein Drehbuch! |
| Der Roman zum Film: |
Ein Roman aus Fragmenten des Films zum Nachlesen als PDF-Datei. |
| Drehfotos: |
Fotos von den Dreharbeiten. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
Dezember 1996:
Nils Nordenstam, der Sohn der Stuttgarter Brathähnchenkaiserin Carlotta Bertani, will seine Sekretärin Emmanuelle Coucher heiraten.
Doch die geplante Traumhochzeit wird schnell zum Alptraum, als Carlottas Schwiegertochter Wendy, in einer kalten dunklen Dezembernacht, ermordet im Keller der Villa gefunden wird.
Da Oberkommissar Derreck mit der Aufklärung des Falles überfordert scheint, macht sich Carlottas resolute Mutter Johanna Berger daran, den Mord in "Miss Marple-Manier" aufzuklären.
Emmanuelle Couchers Bruder Philippe verliebt sich unterdessen auf der Hochzeitsfeier in die Prostituierte Barbie Matell, welche aber von ihrem gewalttätigen Nachtclub-Betreiber festgehalten wird.
Philippes alter Freund Fabian Zirzow macht sich derweilen Sorgen um seine Freundin und "Südforst"-Firmenanwältin Ersilia Demeter.
Diese scheint unter einer merkwürdigen Krankheit zu leiden und ein Doppelleben als Prostituierte zu führen.
Auch die Liebeswirren zwischen Haushälterin Teresa und Betrüger Pete Hammond machen die Sache nicht einfacher.
Können Sophias Gespräche mit Toten, die Telfonsex-Mitbewohnerin Felice und ein plötzlich auftauchender Koffer voller Koks noch rechtzeitig für Frohe Weiße Weihnachten sorgen? |
| Unser Urteil: |
Der kultig-schrägste Krimi der je in Stuttgart gedreht wurde!
Ein Nazi-Schatz im Keller, ein Mord nach Mitternacht, eine romantisch eingeschneite Villa auf der Gänsheide, ein Hubschrauber-Absturz im Wilhelma-Amazonas, Telefonsex im Kühlschrank und die schrägste "Miss Marple" aller Zeiten.
Dazu Liebe, Triebe, Intrigen, Heteros, Homos, Transen und kitschige-koksige Weihnachten.
Besonders romantisch: Die kitschig-tragisch-schöne Liebesgeschichte zwischen Philippe und Barbie!
Technische, handwerkliche und schauspielerische Schwächen kann man verzeihen, wenn so sympathische Darsteller, eine so durchgeknallt-verrückte Story und solche Musikeinlagen zum Besten geben! |
Glückliche Tage III - Im Bann der giftigen Gockel
| Material: |
Gedreht auf Mini-DV, digital geschnitten auf S-VHS. 2004 digital gemastered und geschnitten auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Von Juni bis Dezember 1997 in Stuttgart. |
| Premiere: |
20. Dezember 1997 im AREAL Leinfelden. |
| Länge: |
103 Minuten |
| Drehbuch: |
Zu dem Film existierte kein Drehbuch! |
| Drehfotos: |
Fotos von den Dreharbeiten. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
August 1997:
Die Familie Bertani wird Opfer einer Produkterpressung.
Unbekannte haben in zwei Filialen Brathähnchen vergiftet.
Sie drohen, mit weiteren Vergiftungen den Ruf der Firma "Südforst" zu ruinieren, wenn Firmenchefin Carlotta Bertani nicht 500.000 Mark bezahlt.
Zu allem Übel werden auch noch Carlottas Enkeltochter und Filialleiterin Barbie Coucher entführt.
Außerdem soll Herzegowina, die kroatische Köchin der Bertanis, nach Ende des Jugoslawienkrieges in ihre Heimat abgeschoben werden.
Doch ihre beste Freundin, die portugiesische Haushälterin Teresa, versucht die Abschiebung durch eine Scheinhochzeit mit einem wohnungssuchenden Studenten zu verhindern. |
| Unser Urteil: |
Vergiftet Gockel, Erpresser, Scheinhochzeiten, falsche Dialekte, Ketchup-Hebammen, doppelte Koffer, fliegende Babypuppen, nackte Frauen im Keller, Fieberthermometer im Herz, im Neckar tauschende Autos, ein geniales Homo-Gangster-Coming-Out, heulende Blockflöten Nazifrauen, wildester Lach-Sex im unübertroffenen Herzi-Lasse-Stil, viele Perücken und eine Transe als Serienmutter.
- Muss man mehr sagen?
- Und wie immer: Liebe und Triebe, Intrigen und Macht, Geld und Gier, tolle Musik und geniale Gesangseinlagen.
Trotz einigen wenigen technischen und handwerklichen Schwächen: Kult! |
Glückliche Tage IV - Schlaflose Nächte
| Arbeitstitel: |
Der Abstieg |
 Kinoplakat downloaden |
| Material: |
Gedreht auf Mini-DV, am AVID digital geschnitten auf Digi-Beta bei AV Mediendesign, Stuttgart. 2004 digital gemastered und geschnitten auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Im Februar 1998 in Davos, im Winter 1998/99 in Lissabon und von März 1999 bis November 2000 in Stuttgart, Florenz, Siena, Riparbella und München. |
| Premiere: |
11. November 2000 im Kommunalen Kino Stuttgart. |
| Länge: |
151 Minuten |
| Drehbuch: |
Zum Nachlesen als PDF-Datei. |
| Drehfotos: |
Fotos von den Dreharbeiten. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
Dezember 1999:
Carlotta Bertani wird Opfer einer beispiellosen Hetz-Kampagne in der Presse.
Dies und die Fehlinvestitionen ihres ehemaligen Firmenanwalts Franz Grün führen letztlich dazu, dass die Unternehmerin nicht nur ihr Brathähnchen-Imperium "Südforst", sondern auch die Familienvilla auf der Uhlandshöhe verliert.
Aber auch den anderen Familienmitgliedern sind wenig glückliche Tage beschert:
Carlottas Mutter Johanna, gerade frisch verliebt, verschwindet spurlos im Moor.
Und Philippe und Barbie Coucher haben Probleme bei der Erfüllung ihres Traumes:
Die Eröffnung einer House-Disko wird von Gangsterboss Eloy van Noeken sabotiert.
Zudem kriselt es, nach mehreren Beinahe-Affären mit Felice und Ed, heftig zwischen Philippe und Barbie.
Und auch zwischen Fabian und Ersilia kommt es fast zum Bruch, da Fabian keine Lust auf Sex mit Ersilia mehr hat und sich stattdessen nur schwer seine homosexuelle Seite eingestehen kann.
Kann Popstar Madonna, trotz Brandanschlag, dafür sorgen, dass es noch rechtzeitig vor dem Jahrtausendwechsel zum Happy End kommt? |
| Unser Urteil: |
Der bisher beste GT-Film!
Er kehrt zurück zu den Anfängen von GT. (Kampf der Bertanis um Firmenimperium und Villa.)
Gepaart mit grandios-genial schrägen Nebenstorys, Liebesgeschichten, Sonnenfinsternissen, Lawinenbombern, Coming-Outs, brennenden Nachtclubs, Intrigen, U-Bahn-Kung-Fu, Perücken, greller Schminke, genialen Tanz- und Musikeinlagen, zu viel Koks und allem was wir an GT so lieben!
Besondere Highlights:
Der "Mörder-Dialog" mit Herr Schmidt, die Verfolgungsjagd im Schnee und die zahlreichen neuen Liebesgeschichten-Wendungen. |
Glückliche Tage V - Der Kampf um die Macht
| Arbeitstitel: |
Dein Wille geschehe |
| Material: |
Gedreht auf DVC-Pro, am AVID digital geschnitten auf Digi-Beta bei AV Mediendesign, Stuttgart. 2004 digital gemastered und geschnitten auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Von April bis November 2001 in Stuttgart, Tamm, Blaubeuren und Glücksburg/Schleswig Holstein. |
| Premiere: |
7. Dezember 2001 im Kommunalen Kino Stuttgart. |
| Länge: |
143 Minuten |
 |
| Drehbuch: |
Zum Nachlesen als PDF-Datei. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
März 2001:
Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg stehen vor der Tür.
"Brathähnchenkaiserin" Carlotta Bertani, noch in tiefer Trauer um ihren Sohn Patrick, bekommt das Angebot, für das Amt der Ministerpräsidentin zu kandidieren.
Und während das Erbe ihres Sohnes unter den ungleichen Familienmitgliedern verteilt wird, muss Carlotta erfahren, dass Politik schnell zum schwäbischen Western ausarten kann. |
| Unser Urteil: |
Leider der bisher schwächste GT-Film.
Zwar mit ein paar kultverdächtigen Ideen (Carlotta kandidiert als Ministerpräsidentin und GT goes Wild West), die aber leider viel zu kurz kommen und eher schlecht ausgearbeitet sind.
Dafür einige unglaubwürdige Wendungen. (Familie Bertani kämpft jahrzehntelang um ihr Imperium und ihre Villa und gibt beides dann plötzlich fast komplett auf um aufs Land zu ziehen?)
Und auch einigen unpassenden Biografie-Wendungen bzw. überzogenen Charaktereigenschaften.
(Nils war immer ein Arsch, aber im Grund seines Herzens lieb. Jetzt ist er plötzlich brutalst aggressiv. - Emmanuelle war schon immer suchgefährdet. Aber die jetzigen und plötzlichen Alkoholorgien und das Abrutschen ins Pennermilieu, passen einfach nicht zu ihr.)
Insgesamt krankt der Film an zu viel, für GT untypische, Aggression.
(Die Wahlkampfschlacht am Buffet wirkt eher aggressiv als lustig, Detektiv Eitel erhängt und mit aufgeschlitztem Bauch, Petersen hackt sich die Hand ab, Cowboy-Schießereien, Schlammschlachten. - Für andere Filme normal, bei Glückliche Tage definitiv unpassend überzogen und zu direkt aggressiv.)
Man hat bei dem Film oft das Gefühl, dass vieles künstlich an den Haaren herbeigezogen wurde und manches pseudo-intellektuell oder polit-kritisch wirken soll.
Einige Szenen, Wandlungen und Musikeinlagen wirken zudem eher wie Selbstdarstellungsplattformen für bestimmte Mitwirkende.
Allerdings gibt es auch einige grandiose Musikeinlagen (Super Trooper, The Winner Takes It All), eine wunderschöne schräge Liebesgeschichten-Wendung rund Ersilia und ihre zwei Männer und die tränenrührendste Szene aller GT-Filme.
(Philippe und Barbie beschließen aus übergroßer Liebe die Scheidung.)
Fazit: Der Film leidet etwas darunter, dass er professioneller wirken will als er kann, er hat aber einige interessante Nebenhandlungen und Biografie-Wendungen. |
Glückliche Tage VI - Bis auf die Knochen
| Material: |
Gedreht auf Mini-DV, digital geschnitten von Holger Hummel und AndrĂ© Gallus (Plansequenz). 2004 digital gemastered und um eine Szene ergänzt auf D-9, Vorführkopie auf BetaSP. |
| Drehzeit: |
Von März bis November 2003 in Stuttgart, Vaihingen-Enz, Schützingen, Karlsruhe, Sinsheim, Schopfloch, Gündelbach, Glücksburg/Schleswig Holstein, Flensburg, Holnis/Schleswig Holstein und auf der schwäbischen Alb. |
| Premiere: |
5. Dezember 2003 im Metropol Kino Stuttgart. |
| Länge: |
100 Minuten |
| Drehbuch: |
Zum Nachlesen als PDF-Datei. |
| Drehfotos: |
Fotos von den Dreharbeiten. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Musik: |
Die vollständige Musikliste. |
| Der Inhalt: |
September 2003:
Carlotta Bertani, die "Brathähnchenkaiserin" von Stuttgart, hatte sich gedacht: "Was Dieter Bohlen kann, kann ich auch." und ihre Autobiografie verfasst.
Leider liegt das Werk wie Blei in den Regalen.
Da helfen auch ihre zahlreichen Autorenlesungen in stuttgarter Buchhandlungen nicht viel.
Doch dann geschieht etwas, das ihre Publicity enorm steigert:
Carlottas Enkelkinder finden eine skelettierte Leiche auf ihrem Anwesen.
Es stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um den ehemaligen Außendienstleiter der Bertanis handelt.
Er wurde 1993 erschossen und auf dem Familiengrundstück verscharrt.
Carlotta gerät unter Mordverdacht, kann jedoch mit ihrer besten Freundin in deren Ferienhaus in der Schweiz fliehen.
Währenddessen versucht ihre Familie verzweifelt, die Unschuld des Familienoberhauptes zu beweisen.
Sie stößt dabei auf ein Geheimnis, dass den Ruf der Familie für immer vernichten könnte. |
| Unser Urteil: |
Ein schöner und typischer GT-Film mit vielen neuen oder ausgetauschten Figuren.
Die neuen Figuren sind zwar meist sehr gut zu GT passend und auch die zahlreichen neuen Schauspieler machen ihre Aufgabe fast alle sehr gut, allerdings hätte man sich gewünscht, dass der Übergang von den alten zu den neuen Figuren etwas langsamer und behutsamer gewesen wäre.
(Einige der alten Darsteller standen nicht mehr zur Verfügung, andere nicht in der notwendigen Professionalität und zeitlichen Flexibilität.)
Die vielen neuen Schauspieler und die technische Qualität wirken jetzt zwar streckenweise wirklich sehr professionell, allerdings verliert GT dadurch auch teilweise seinen kultigen Impro-Trash-Charme.
Auch die Story wirkt oft etwas glatt und professionell. (Zu wenige Wirrungen, Irrungen, Brüche und Nebenhandlungen!)
Störend ist auch, dass es nicht möglich war die hohe technische, handwerkliche und schauspielerische Qualität konstant durchzuhalten.
(Nach den professionellen Hauptdreharbeiten waren sehr viele Nachdrehs notwendig, welche handwerklich oft wieder auf Amateurniveau waren.)
Durch die starken Qualitätssprünge (teilweise innerhalb von Szenen) fallen die Amateurfilmteile deutlicher auf als früher.
Insgesamt ist der Film allerdings sehr gelungen, sehenswert und besonders aufgrund der vielen Rückblicke in die GT-Vorgeschichte sehr zu empfehlen!
(Endlich erfährt man das Geheimnis von François Couchers Tod. - Oft am Rande erwähnt, aber nie aufgeklärt. - Man erfährt endlich mehr über Lorenzo Bertani. - Und man erfährt endlich, wie Teresa und Herzegowina einst nach Deutschland kamen. - Nebenbei gibt es auch ein Wiedersehen mit der alten abgebrannten Bertani-Küche und der Vorgeschichte von Dubravka, Franz Grün und Eloy van Noeken.)
Allein aufgrund der Rückblicke sehenswert! |
Glückliche Tage VII - Die Rolle ihres Lebens
| Arbeitstitel: |
Die letzte Versuchung |
| Material: |
Gedreht auf Mini-DV. |
| Drehzeit: |
Von März 2003 bis November 2005 in Stuttgart, Vaihingen-Enz, Glücksburg/Schleswig Holstein, Flensburg, Holnis/Schleswig Holstein und in Bayern. |
| Premiere: |
1. Dezember 2005 im Metropol Kino Stuttgart. |
| Länge: |
134 Minuten |
| Drehbuch: |
Zum Nachlesen als PDF-Datei. |
| Darsteller und Crew: |
Die vollständigen Credits. |
| Der Inhalt: |
August 2004:
Die Stuttgarter "Brathähnchenkaiserin" Carlotta Bertani steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem Verlobten, dem Wirtschaftsminister Fernando Böringer.
Doch tief in ihrem Inneren weiß sie gar nicht mehr so recht, ob sie ihn überhaupt wirklich heiraten möchte.
Längst hat sich der Alltag breit gemacht, und beruflicher Stress trennt das Paar immer häufiger.
Mit ihren 52 Jahren und nach drei Ehen bekommt Carlotta "kalte Füße".
Da kommt es ihr nur Recht, dass ihre kroatische Köchin Herzegowina auch heiraten will.
Carlotta ist begeistert von ihrer eigenen Idee einer Doppelhochzeit - dann steht sie nicht allein mit den Vorbereitungen da.
Das Problem ist nur, dass auch Herzegowina nicht wirklich überzeugt von ihren eigenen Hochzeitsplänen mit dem umfeierten Soap-Star Lasse Reinmann ist.
Zum Chaos der Gefühle kommt auch noch das Chaos einen Filmteams, als in der Familienvilla Carlottas Autobiografie verfilmt werden soll.
Und der Aufnahmeleiter des Filmteams ist ausgerechnet Carlottas Jugendliebe Dolph Settergren.
Ein Herzensbrecher, in den sich alle - ganz gleich ob Männlein oder Weiblein - verlieben.
Eine Trash-Soap über das Leben der Bertanis, das kann ja wohl nichts werden... |
| Unser Urteil: |
Der Film krankt leider an der Tatsache, dass er ursprünglich als zwei Filme geplant war.
(Die GT-Filme VI, VII und VIII wurden zeitgleich gedreht und sollten als Trilogie im Abstand von je einem Jahr fertiggestellt werden.)
- Handwerklich, technisch und schaupielerisch ist GT VII identisch mit GT VI. -
Da es beim Schnitt der 3 Filme aber zahlreiche Probleme und massive Verzögerungen gab, wurden die beiden Filme VII und VIII zu einem Film zusammen gefasst.
Da der Film dadurch aber ca. 180 Minuten lang geworden wäre, wurde im Schnitt massiv gekürzt.
Dadurch wurden einige tolle Szenen komplett gestrichen, viele Szenen und Gags extrem gekürzt und die Handlung insgesamt stark beschleunigt.
Leider sind dadurch manche Gags und Handlungsstränge nur noch verständlich wenn man vorher das Drehbuch gründlich gelesen hat.
Insgesamt wird die (eigentlich sehr gute) Handlung streckenweise sehr routiniert und beschleunigt runtergekurbelt.
- Man vermisst regelrecht die langsame und behäbige Erzählweise der alten GT-Filme, als selbst Nebenfiguren und Nebenhandlungen immer ausgiebigst eingeführt, liebevollst aufgebaut und schrägstens ausgebreitet wurden. -
Trotz allem, ein schöner und sehenswerter GT-Film mit einem fantasievoll-schrägen Drehbuch! |
Rückkehr zur Villa Bertani - 15 Jahre Glückliche Tage
| Material: |
Gedreht auf Mini-DV. |
| Drehzeit: |
Sommer 2009 in Stuttgart. |
| Premiere: |
11. Dezember 2009 im Filmhaus Stuttgart. |
| Länge: |
45 Minuten |
| Darsteller und Crew: |
Buch & Regie: Jørn Precht Kamera: H. Bernhard Geiler Schnitt: Manuel Sosnowski Darsteller: Ariane Alber, Andreas Bühler, Jørn Precht, Marie Rocha, Franziska Schalla, Alexandra Staib und Carlotta Bertani Produktion: GT-Filmteam |
| Der Inhalt: |
Mit einem studentischen Schauspiel- und Filmteam entstand 1994 bis 1995 aus einer spontanen Idee heraus der erste GLÜCKLICHE TAGE-Film, der nach neunmonatiger Drehzeit 129 Minuten lang war.
Auf Grund der "lausigen Produktionsbedingungen" (Zitat: SWR 3) wies dieses Werk natürlich technische Mängel auf.
Man merkte den typischen Anfängerfehlern deutlich an, dass das Team zur Filmerei "wie die Jungfrau zum Kinde" gekommen war.
Die Produktion wurde jedoch mit jedem Film zusehends professioneller.
Die einstige "Null-Budget"-Serie wurde im Lauf der Jahre zum "Kult", alle Kinovorstellungen waren ausverkauft - und von Dezember 2003 bis August 2004 lief die Serie sogar als Daily Comedy auf dem über ASTRA europaweit empfangbaren Sender BTV4U.
GLÜCKLICHE TAGE paarte die dramatischen "Cliffhanger"-Strukturen von amerikanischen Soaps der 80er wie "Dallas", "Denver-Clan" oder "Falcon Crest" mit viel aktuellem Zeit- und Lokalkolorit.
Und der "Suchtfaktor" dieser "ultimativen Trashperle" (Stuttgarter Zeitung) konnte sich durchaus mit dem "echter" Soaps messen!
Im Gegensatz zu herkömmlichen Soaps wies GLÜCKLICHE TAGE jedoch wesentlich mehr ironische Züge auf, Anspielungen auf aktuelle Musik-Videos, Kino-Filme, Werbespots und ähnliches sorgten für zusätzliche Komik.
Von 1994 bis 2005 drehte das "Glückliche Tage"-Team sieben abendfüllende Seifenoper-Persiflagen und einen Märchenfilm.
Im Sommer 2009 fand sich das Team nochmals zusammen, um aus Anlass des fünfzehnjährigen Jubiläums und des Erscheinens der Serie als limitierte DVD-Box die Rahmenhandlung für einen "Best Of"-Film zu drehen.
Die Soap-Operas scheinen die Märchen und Sagen unserer Tage zu sein.
In diesem Sinne: "Es war einmal in Stuttgart...".
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