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Seminar: Tonträger II
Dozent: Prof. Nagl
Referent: Thomas Numberger
Datum: 1.6.1995

Technik und Entwicklung der Phonographie

1. Zeitlicher Entwicklungsverlauf:

1820: Oerstedt entdeckt Elektromagnetismus.

ca. 1830: Faraday entdeckt Induktion.

1830: Wilhelm Weber (deutscher Physiker) macht Schallwellen auf Rußpapier sichtbar.

1855/7/9: Eduard Leon Scott (Frankreich): Phonoautograph (Schwingungsschreiber)

1876: John W. Strutt (England): Entdeckt das räumliche Hören (Lautstärke- und Zeitunterschied).

1877: (30.4.) Charles Cros (französischer Dichter): Theorie der photomechanischen Gravur von Schall.

1877: Thomas Alva Edison (1847-1931) lässt sein Kohlekörner-Mikrofon patentieren.

1877: Emil Berliner (1851-1929) lässt sein Tauchspulen-Mikrofon patentieren.

1877: (18.7.) Edison versucht Morsezeichen in Wachspapier einzugravieren und kommt auf die Idee so auch Schall speichern zu können. Er lässt sich diese Idee patentieren.

1877: (12.8.) Edison gelingt die 1. Sprachaufzeichnung auf eine sich drehende Paraffin-Papier-Platte "Hallo, Hallo".

1877: (29.11.) Edison hat den Phonographen mit stanniolumwickelter Walze entwickelt und lässt ihn bauen.

1877: (6.12.) Edison kann den Vers "Mary had a little lamb..." von der Stanniolfolie seines Phonographen ("klar und deutlich") wiedergeben.

1877: (24.12.) Patentanmeldung des Phonographen.

1881: Deutschland: C. Ader (Franzose): Theatrophon: 1. Stereo-Übertragung aus der Oper.

1885: Charles S. Tainter ersetzt die Stanniolfolie durch eine Wachswalze, die Stahlnadel durch einen Saphir und verbessert den Antrieb.

1887: Emil Berliner erfindet die Schallplatte.

1888: Emil Berliner baut das 1. Grammophon (nur zur Wiedergabe).

1888: Oberlin Smith: Theoretische Überlegungen zur Schallaufzeichnung auf einen magnetisierbaren Leiter.

1889: 1. Musikbox

Emil Berliner macht Versuche mit Zelluloid- und Hartgummi-Platten.

1896: E. R. Johnson baut für Berliner ein Uhrwerk in das Grammophon ein.

1897: Berliner bringt die 1. Schellackplatte heraus.

1898: Valdemar Poulsen (dänischer Physiker / 1869-1942) erfindet die Magnettonaufzeichnung.

1898: Oliver Lodge (England): 1. Elektrodynamischer Lautsprecher

1902: Berliner erzeugt durch Galvanisation eine Kupfermatrize zur Schallplattenpressung.

1903: 1. Platte mit 30 cm Durchmesser (5 Minuten Spielzeit bei 78 Umdrehungen pro Minute)

1904: Deutsche Odeon Berlin: 1. doppelseitige Schallplatte

1912: Edison Bakelit-Platte mit Diamant-Abtaster (2x20 Minuten)

1912: "Unzerbrechlicher" Edison-Zylinder ("bis zu 30000 Abspielungen")

1913: 1. Rätselschallplatte

1918/9: Dr. Curt Stille (Deutschland) verbessert das Magnettongerät.

1921: Chemnitz: 1. lautsprechendes Magnetplatten Telegraphon

1922: Vater-Mutter-Sohn-Verfahren zur Massenproduktion von Schallplatten eingeführt.

1922: Marchetti und Padiglione (Italien) verbessern die Magnettonaufzeichnung.

1922: Triode (Verstärkerröhre) erfunden.

1925: 1. elektrische Aufnahme einer Schallplatte (Electrola).

1925: Das Ultraphon kommt auf den Markt (Pseudo-Stereo-Plattenspieler).

1927: 1. vollelektronischer Plattenspieler.

1927: "The Jazz-Singer" 1. Tonfilm (mit synchronem Plattenspieler)

1928: England: Blattnerphone (Stahldraht-Tonband)

1928: Fritz Pleumer (Dresden) entwickelt magnetisierbare Papierbänder.

1931: Alan Blumlein (England): Stereoschallplatte mit 1 Rille (Flankenschrift)

1931: RCA präsentiert 1. Platte mit 33,3 U/min.

1932: AEG übernimmt die Idee des Pfleumer-Tonbands und beauftragt IG Farben (heutige BASF) mit der Entwicklung eines stabileren Trägermaterials.

1933: Eduard Schüller (Deutschland): Ringmagnet-Tonkopf mit minimalem Spalt.

1933: Stereo-Kunstkopf mit menschlichem Gehörgang.

1934: AEG baut das Magnetophon.

1935: RCA verwendet für seine Schallplatten erstmals den Begriff HIFI.

AEG und IG Farben (heutige BASF) verbessern das Magnetband (zuerst Magnetitbeschichtung / später Azetylzelluloseband mit Eisenoxidbeschichtung).

1940: von Braunmühl und Weber (Deutschland): Tonband-Vormagnetisierung

1940: 1. Plattenwechsler für Heimgeräte.

1942: Siemens-Silberverfahren für die Schallplattenwachsvorlage führt zu besserer Tonqualität.

1943: 1. PVC-Magnetband (wegen Krieg)

1943: 1. Tonbandkassetten-System (AEG)

1945: Durch das Kriegsende gehen Deutschland alle Patente am Tonband verloren. Ab jetzt wird weltweit daran weiterentwickelt.

1946: In den Studios wird jetzt fast überall mit Magnetbandgeräten gearbeitet.

1946: Die Wachsplatte zur Schallplattengravur wird durch eine Nitrozelluloselackfolie ersetzt.

1948: In Amerika wird der Transistor erfunden.

1948: Dr. Peter Goldmark (USA) entwickelt die 1. LP mit 33,3 U/min und 45 Minuten Spielzeit. Dazu erfindet er die Mikrorille und die Schallplatte aus PVC.

1949: RCA bringt die Single mit 45 U/min auf den Markt.

1950: Eduard Rhein veröffentlicht das Füllschriftverfahren für Schallplatten.

1950: Erstmals werden fertig bespielte Tonbänder verkauft.

1951: 90 Prozent aller Filme werden mit Magnetton gedreht.

1952: Polyester Band.

Viele Experimente mit verschiedenen Tonbandkassetten-Systemen.

1954: 1. Stereo-Tonband

1958: Letzte Schellackplatte gepresst.

1958: Stereo-Schallplatten nach Blumlein-Flankenschriftverfahren eingeführt.

1960: Schon 25 Prozent aller LPs in Stereo.

1963: Philips normt sein Musikkompaktkassetten-System (MC) weltweit.

1966: Dolby-Rauschunterdrückung für Tonband und Kassette.

1971: Quadrophonie

1974: PCM-Tonband-Aufzeichnung

1975: Bildplatte (Laser abgetastet)

1976: Philips erfindet das digitale optische Abtastungssystem.

1978: Digitale Studiotechnik eingeführt.

1979: Philips: 1. öffentliche Vorführung der CD.

1981: Philips und Sony einigen sich auf einen Weltstandart für CDs.

1982: CD kommt auf den Markt.

1982: DMM = DirectMetallMastering = direktes Ritzen der Schallplatten-Mutterform soll Tonqualität deutlich verbessern.

1984: CD-ROM

1987: CD-Video

1988: Sony führt DAT (DigitalAudioTape) ein.

1989: Mehr CDs als Schallplatten verkauft.

1992: Philips bringt die DCC (DigitalCompactCassette) auf den Markt.

1993: Sony bringt die MD (MiniDisc) auf den Markt.



1996: Sony/Philips wollen die MultimediaCD auf dem Markt durchsetzen.

1996: Toschiba/TimeWarner wollen stattdessen die SuperDensityCD durchsetzen.

Verschiedene Firmen arbeiten zur Zeit an einer neuen CD Generation für Computer, die eine deutlich höhere Speicherkapazität haben soll als bisherige Systeme und außerdem beliebig oft überspielt werden kann (ErasableDisc).

2. Technik:

DIN 45500 (HiFi-Norm), Mindestanforderung an ein gutes Audiogerät.

2.1. Schallplatte:

2.2. Tonband / Musikkassette:

2.3. Digitale Tonträger:

3. Literaturverzeichnis:

Bendig, Bernhard und Nagl, Manfred: Can you see the music?
Reutlingen: Stadtbibliothek, 1994

Billerbeck, Jens D.: PCs reparieren, optimieren, tunen
Chur/Schweiz: Isis Verlag, 1995

Electronic Compact Studio
Viernheim: Busch, 1982

Electronic Welt '93
Hirschau: Conrad Electronic, 1992

Evers, John: Glück in Scheiben
München: Langen Müller, 1990

Gööck, Roland: Die großen Erfindungen: Bild-Optik-Schall
Künzelsau[u.a.]: Sigloch Edition, 1985

Hempel, Eberhard: Phonographik: zum 100. Geburtstag der Schallplatte
Hamburg: Bundesverband der Phonographischen Wirtschaft, 1987

Pfau, Ernst und Hach, Alois: Zauberwort Stereo
Stetten a. F.: Ehapa Verlag, 1967

Philips Katalog Audio '87
Hamburg: Philips, 1987

Sony: Das Programm '93/'94
Köln: Sony Deutschland, 1993

test-Sonderheft HIFI / Video:
Berlin: Stiftung Warentest, 1990

Vom Faustkeil zum Laserstrahl
Stuttgart: Verlag Das Beste, 1991

100 Jahre Schallplatte
Hamburg: Polygram Deutschland, 1987


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