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"Was nutzen mir 500 Freunde bei Facebook, wenn ich zuhause krank im Bett liege?" (Dr. Eckart von Hirschhausen)
Soziales Netzwerken heißt für mich: Echte Treffen mit echten Freunden im wahren Leben!
Die Informations-Messies
Eine der dümmsten Unsitten des Menschen ist es, immer alles festhalten und archivieren zu müssen!
Bevor die Menschen die Schrift erfunden haben, mussten sie sich alles im Kopf merken und mündlich weitergeben.
- Die Folge: Die Menschen früher konnten sich Sachen viel besser merken als wir heute.
- Und es wurden nur diejenigen Informationen gespeichert und weitergegeben die wirklich wichtig waren. (Natürliche Reduktion)
Heute sind die Leute dümmer, können sich weniger merken und ersticken dafür in Unmengen von sinnloser Information.
Fazit: Wenn Informationsspeicherung und -weitergabe schwer, teuer oder aufwändig sind, selektiert man und sammelt/verschickt nur noch wirklich wichtige Informationen.
- Wenn es dagegen einfach, schnell und kostengünstig ist, sammelt/verschickt man alles was nur geht und erstickt irgendwann im Informationsüberfluss.
Die Lösung für viele Probleme unserer Zeit ist daher: Ausmisten und Informationsmenge reduzieren!
Früher, als Briefe auf Papier geschrieben wurden, ist irgendwann der Schreibtisch überfüllt gewesen, dann musste man ausgemisten und alles unnötige weggewerfen.
- Heute werden Briefe elektronisch verschickt und Speicherplatz ist günstig.
- Schaues Sie sich mal Ihre alten Mailboxen und elektronischen Speichermedien durch.
- Erschreckend was für einen Müll man da früher alles aufgehoben hat!
Wir werden zu einer Gesellschaft der Informations-Messies!!!
Das Geheimnis der Evolution
Was ist das Geheimnis der Evolution: Tod und Verfall!
- Altes muss regelmäßig sterben um Platz für neue Experimente der Natur zu machen.
- Nur so ändern und mischen sich Genpools, nur so kann sich die Evolution immer wieder den veränderten Umwelteinflüssen anpassen!
Nur wir Menschen glauben uns über die Schöpfung stellen zu müssen und glauben, dass das was wir Menschen geschaffen haben viel wertvoller sei als das was die Natur geschaffen hat.
- Und daher darf das was wir Menschen geschaffen haben nicht sterben, was die Natur geschaffen hat aber schon?
Bäumen, Pflanzen, Tiere und Menschen sterben wenn sie alt sind.
- Häuser, Gebäude und Kunstwerke werden unter Denkmalschutz gestellt und dürfen nicht sterben.
- Warum?
Genetische Informationen werden ständig erneuert.
- Von Menschen geschriebene Texte müssen bis in alle Ewigkeiten archiviert werden.
- Warum?
Das ist die große Angst der Menschheit:
Angst vor der eigenen Vergänglichkeit und Angst vor Veränderung.
Daher versuchen wir alles aufzubewahren und festzuhalten.
Wer aber nicht loslassen kann, wird irgendwann so volle Hände haben, dass er gar nichts mehr festhalten kann!!!
Social Media???
Allein das Wort finde ich grausam!!!
- Ich arbeite seit Jahren in den Medien und kann versichern: Keine Branche ist so Asozial wie die Medien!
- Es müsste heißen: Asozial Media.
- Die Worte Sozial und Medien widersprechen sich diametral!!!
Früher hatte man 3-4 gute Freunde.
Mit denen hatte man zwar nicht oft Kontakt, aber wenn, dann wusste man, es sind gute verlässliche Freunde.
- Heute hat man 500 Social Media Freunde (weil es durch solche Portale einfacher ist Freunde zu sammeln), aber bei manchen muss man erst mal überlegen:
"Wer war das und woher kenne ich den überhaupt?"
Und man hat viele Leute in der Kontaktliste die fand man früher total unsympathisch, hat sie aber trotzdem als Kontakt bestätigt:
"Wer weiß, wofür ich den Kontakt später mal gebrauchen kann." (Freunde aus reinem Eigennutz!)
Ich hatte früher auch mal bei einem Sozialen Netzwerk ca. 150 Kontakte.
Dann habe ich irgendwann mal alle gelöscht die mir früher unsympathisch waren.
Danach alle die schon ewig auf keine meiner E-Mails mehr reagierten habe.
Und zuletzt habe ich auch noch die gelöscht, deren Profil-Seite völlig veraltet, leer oder ungepflegt war.
- Danach waren nur noch 4 Kontakte übrig!!!
- Und mit diese 4 Leuten hatte ich fast regelmäßig Kontakt außerhalb von Sozialen Netzwerken, aber nie innerhalb.
Der Grund warum Soziale Netzwerke so erfolgreich sind ist doch nicht, dass die wirklich wichtig für unser Leben sind.
- Der Grund ist: Menschen wollen geliebt und beachtet werden.
Wer im Sozialen Netzwerk ist, wird vermeintlich öffentlich beachtet und kann täglich an einer abstrakten Zahl (Anzahl seiner Kontakte) sehen wie viele Freunde er hat.
Das zeigen auch Befragungen von Nutzern Sozialer Netzwerke:
Fast jeder schaut sich nach dem Einloggen erst mal an, wie hoch die aktuelle Kontaktzahl ist und ob sich daran was verändert hat.
- Wenn sie sich vergrößert hat bekommt man einen Glücksschub, wenn sie sich verkleinert hat fragt man sich was man falsch gemacht hat.
Die Anzahl der eigenen Kontakte bei Sozialen Netzwerke ist inzwischen so etwas wie die "Private Lebens-Einschaltquote".
Aber Einschaltquoten sind scheiße!!!
- Sie setzen einen unter permanenten Leistungsdruck.
- Und ehrlich gesagt wissen wir doch alle: Meist sind die Sendungen mit der höchsten Quote die miesesten!
Ganz abgesehen davon, dass ich einfach meine privaten Daten nicht in die Hände von großen Kommerzfirmen gaben würde, die mit meinem Privatleben Geld verdienen wollen.
Informationsreduktion statt Verdummung
Wir leben immer noch in einer Mehr-Mehr-Mehr-Gesellschaft, die glaubt, dass durch ständiges Vermehren alles besser wird.
- Aber Vermehren funktioniert auf Dauer nur, wenn man zwischendurch auch mal kräftig vermindert!
Meine Handyfirma wollte zum Beispiel kürzlich eine Einwilligung von mir, mich zukünftig noch öfters und direkt mit Produktinformationen zu beliefern.
- Ich habe daraufhin ausgefüllt, dass ich nicht mehr per E-Mail, SMS oder Anruf informiert werden will, sondern nur noch per normaler Briefpost.
Hört sich altmodisch an, ist aber eigentlich topmodern:
Werbung per E-Mail, SMS oder Anruf ist schnell und kostengünstig zu machen, daher wurde mir früher dauernd jede Menge sinnloses Zeug geschickt.
- Werbung per Briefpost ist dagegen viel zeit- und kostenaufwendiger, ich erhalte daher jetzt nur noch besonders wichtige Informationen, unwichtige Informationen will mir die Firma dagegen jetzt nicht mehr schicken.
Fazit: Früher musste ich mich selbst durch den Werbemüll wühlen und entscheiden, was wichtig ist und was nicht.
Jetzt zwinge ich meine Handyfirma dazu, dass sie die Vorauswahl trifft, was wichtig ist und was nicht. :-)
Aber Suchmaschinen und Soziale Netzwerke sind doch praktisch...
Das Ziel muss sein: Weniger Informationen und dafür bessere!!!
Nicht immer mehr Information, immer länger archiviert und immer schneller versandt.
Wir brauchen keine Suchmaschine die uns relevante Treffer liefert, wir müssen einfach nur die Informationsmengen reduzieren, dann bleibt automatisch das wirklich relevante übrig!
Informationsreduktion muss man mit Intelligenz und Verstand selber machen und sollte nicht auf kommerzielle Firmen vertrauen die ganz andere Absichten verfolgen!
Suchmaschinen und Soziale Netzwerke sind nicht praktisch!!!
Das ist wie mit dieser großen deutschen Boulevard-Zeitung mit den 4 Buchstaben:
Klar ist die auch praktisch und macht das Lesen einfacher und schneller als eine normale Tageszeitung.
- Aber sie verfremdet die Weltsicht und schränkt den Horizont ein.
Man glaubt irgendwann, dass die Welt wirklich so ist wie es dort beschrieben wird, und dass man wirklich alles klar in schwarz und weiß einteilen kann.
Genau so ist es auch mit Suchmaschinen, Sozialen Netzwerken etc.
- Man glaubt sie helfen einem die Informationsflut des Internets zu bändigen.
Aber eigentlich reduzieren sie einfach nur unser Gesichtsfeld!
Fazit: Wir werden engstirniger und glauben, dass das ein Fortschritt ist, weil wir jetzt wieder besser sehen können!
Und zum Abschluss noch ein bisschen Statistik
Im Jahr 2010 hatten die Deutschen folgende durchschnittliche Mediennutzung:
- 223 Minuten Fernsehschauen pro Tag
- 135 Minuten Internetsurfen pro Tag
- 6 Minuten Liebemachen pro Tag
Handy oder Liebe?
97 Prozent aller deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren können sich ein Leben ohne Handy nicht vorstellen.
43 Prozent aller deutschen Jugendlichen zwischen 14 und 29 Jahren können sich ein Leben ohne Liebe nicht vorstellen.
Der Autor dieser Webseite
Thomas Numberger, Jahrgang 1972, aufgewachsen als Computer-Kid in den 1980ern.
Studium Bibliotheks- und Informationswesen und Medienwissenschaften.
Schwerpunkte: Entwicklung, Konzeption, Aufbau, Technik und Betrieb von Massenmedien (Print, Rundfunk, TV, Internet), Redaktion, Texten, Medientechnik, Informationstechnik, Kommunikationswissenschaft und Marketing.
Seit mehreren Jahrzehnten im Medien-, Internet-, Foto-, Film- und TV-Bereich tätig.
Zur Zeit auf Arbeitssuche!
Bitte informieren Sie sich über meinen beruflichen Werdegang und meinen breiten Erfahrungsschatz.
Ich freue mich über Vorschläge, Ideen und Anregungen!
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