Thomas Numberger > Film und TV

Wie werde ich Komparse, Statist, Kleindarsteller, Schauspieler, Moderator, Modell, Fotomodel, Aktmodell oder Pornodarsteller?

Wie finde ich eine gute Schauspielagentur oder Castingagentur?

Wie wichtig sind Schauspielausbildung, Sedcard und Castings?

 

Vorab: Ich selbst arbeite seit 1997 als Künstler- und Aktmodell, als Fotomodell und seit 1999 als Komparse und Kleindarsteller. Zusätzlich bin ich aber auch auf der "anderen" Seite tätig: Seit 1978 beschäftige ich mich mit Fotografie, seit 1997 mit Aktfotografie, seit 1999 organisiere ich Aktkunst-Events, Nacktpromotion-Auftritte und Vermittle Aktmodelle für Kunst, Kultur, Medien und Shows und seit 2000 bin ich als Komparsencaster und Komparsenbetreuer für Film und TV tätig. Insofern kenne ich die Vorstellungen und Arbeitsweisen von mehreren Seiten und glaube, dass ich halbwegs unparteiisch darüber urteilen kann.

Grundsätzliches zum Thema: Wie werde ich ...?

Grundsätzlich gibt es keinen garantiert erfolgreichen Königsweg.

Erfahrungsgemäß sind Castings, teuere Sedcards oder zu frühe Kontakte mit Castingagenturen für Einsteiger der schlechteste und aussichtsloseste Weg!

Ebenfalls sehr ungeeignet ist alles, was in Kleinanzeigen oder im Internet zu finden ist. Dort findet man vor allem unseriöse Abzocker, kleine unbekannte Agenturen mit geringer Vermittlungschance und viele unbezahlte Low- und No-Budget-Jobs.

Die besten Chancen auf langfristigen Erfolg hat immer noch derjenige, der klein anfängt, erste Erfahrungen, Referenzen und Kontakte sammelt, lernt wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen, sich langsam hocharbeitet und dann erst Kontakte zu einer guten Agentur knüpft.

Pauschalen Aussagen gibt es nicht, deshalb hier nur ein paar ungefähre Richtlinien aus meinem eigenen Erfahrungsschatz.

Sollte man eine Schauspielausbildung machen?

Grundsätzlich hält sich zwar fast jeder für ein Naturtalent, aber selbst Profis kommen nicht ohne ein Mindestmaß an Ausbildung aus!

Für absolute Laien ohne Schauspielpraxis und ohne Kontakte in die Branche bietet sich der Besuch einer mehrjährigen professionellen Schauspielschule an. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass eine solche Ausbildung sehr teuer ist, es (besonders bei guten Schulen) anspruchsvolle Aufnahmeverfahren gibt und der Abschluss einer Schauspielschule nicht zwangsläufig beruflichen Erfolg garantiert. Der Vorteil einer solchen richtigen und vollständigen Schauspielausbildung besteht aber darin, dass man dort alle Facetten der Schauspielerei von Grund auf kennenlernt, viel schauspielerische Praxis bekommt und gute Kontakte knüpfen kann.

Der, meines Erachtens, bessere (und auch kostengünstigere) Weg ist aber meist Learning-by-Doing mit Ergänzung durch individuelle Kurse und Schulungen. Also: Erst einmal in Schul- oder Laientheatern mit kleinen Rollen anfangen. Dadurch bekommt man viel schauspielerische Praxis, lernt sehr viel mehr und bemerkt meist schon bald, wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. Dann kann man durch individuelle Schulungen die Bereiche, in denen man Schwächen hat, nachbessern.

Fazit: Man kann die Schauspielerei natürlich ganz klassisch durch eine Ausbildung "lernen". Am meisten lernt man aber durch Erfahrung, also durch Praxis! Ob man also eine Ausbildung machen will oder nicht ist meist egal, wichtig ist nur: Spielen, spielen, spielen und noch mehr spielen!!!

Woran erkennt man gute Sedcards?

Eine gute Sedcard enthält viele Referenzen und Fotos die Euch in der "Praxis" zeigen. (Also Fotos von Eueren bisherigen Jobs und Aufritten.) - Eine schlechte Sedcard enthält kaum Referenzen und nur Hochglanzfotos die extra für die Sedcard erstellt wurden.

Diese Erläuterung zeigt: Man braucht als Einsteiger keine Sedcard! Im Gegenteil, eine teuere Sedcard wirkt bei Einsteigern eher kontraproduktiv, weil jeder Castingprofi sofort bemerkt: Da hat jemand keine Erfahrung und keine Referenzen, aber scheinbar viel Geld um sich teuere Fotos und Sedcards leisten zu können.

Das Ergebnis: Seriöse Caster werden Euch mit so einer Sedcard eher nicht buchen. Unseriöse Abzocker werden sich aber schon die Hände reiben.

Fazit: Eine Sedcard ist für Leute mit mehrjähriger professioneller Erfahrung und Praxis sinnvoll, bei Einsteigern aber kontraproduktiv und rausgeschmissenes Geld.

Wie finde ich eine gute Castingagentur?

Viele Einsteiger in die Medienbranche glauben: "Wenn ich bei einer guten Agentur in der Kartei bin und eine teuere Sedcard habe, dann werde ich anschliessend auch ein guter und erfolgreicher Schauspieler bzw. Modell."

Das Gegenteil ist der Fall: Zuerst muss man ein guter, disziplinierter, zuverlässiger Darsteller werden. Man muss sehr viel üben und praktizieren, also Referenzen und Erfahrungen sammeln. Dadurch bekommt man automatisch viele Kontakte zu Kollegen, Managern und Agenturen, erhält kostenlose Karrieretipps und gute Fotos für Sedcards.

An gute Schauspielagenturen kommt man am Besten durch Mund-zu-Mund-Propaganda zwischen Schauspielern. - Einfach mal die eigenen Schauspielkollegen anfragen, welche Agentur sie haben und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben.

Als Einsteiger braucht man keine Agentur, sondern muss sehr viel spielen. Durch das Spielen bekommt man Übung, Erfahrung, Kontakte und darüber dann auch an Agenturen.

Fazit: Wer krampfhaft eine Casting- oder Schauspielagentur suchen muss oder für Sedcardfotos und Karteiaufnahme Geld bezahlt, ist ein Einsteiger der es vermutlich nicht weit bringen wird! - Er wird entweder abgezockt, keine Chance bekommen oder überfordert sein und dadurch schlechte Referenzen bekommen.

Immer wieder der selbe Tipp: Der Weg zum professionellen Schauspieler oder Model ist sehr lang und steinig! Aber um dauerhaft Erfolg zu haben führt einfach kein Weg daran vorbei: Erst einmal sehr viel Üben, sehr viel Auftreten und sehr viel Erfahrungen sammeln. Dabei langsam Kontakte knüpfen. Dann ergeben sich automatisch gute Agenturkontakte, Sedcards und dauerhafter Erfolg.

Weitere Infos zum Thema Castingagenturen findet Ihr in meinem Text: Woran erkennt man seriöse Castingagenturen?

Wie wichtig sind Castings?

Glaubt nicht, was zur Zeit in den Castingshows im TV vorgespielt wird!

Man geht nicht als absoluter Einsteiger zu einem Casting, wird entdeckt und nach wenigen Wochen ist man ein Star!

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Castings:

Bei Komparsen- und Statistencastings wird grundsätzlich jeder Bewerber auch zum Casting eingeladen. Beim Casting muss ein kurzer Fragebogen ausgefüllt werden und es werden einige wenige einfache (Schnappschuss-)Fotos gemacht. Man muss aber nichts vorspielen, keinen Vertrag unterschreiben und auch nichts bezahlen. (Weder für das Casting, noch die Fotos oder die Karteiaufnahme!)

Bei Schauspieler- oder Modelcastings werden normalerweise ausschliesslich Leute mit Erfahrung, Ausbildung oder zahlreichen Referenzen eingeladen. Es bringt also absolut nichts, sich als Laie ohne Erfahrung und Ausbildung auf solch ein Casting zu bewerben! Bei seriösen Agenturen landet Euere Bewerbung umgehend im Müll. - Nur unseriöse Abzocker werden einen Einsteiger zu einem solchen Casting einladen!

Casting, Fotos, Sedcard und Karteiaufnahme kosten bei seriösen Agenturen nichts bzw. die Kosten werden von der Agentur getragen. Eine seriöse Agentur wird deshalb Leute die nicht genügend Erfahrung, Praxis oder Referenzen haben gar nicht erst zum Casting einladen.

Fazit: An Statisten- und Komparsencastings kann jeder ohne Vorkenntnisse kostenlos teilnehmen. Schauspiel- oder Modelcastings sind dagegen nur für Leute mit ausreichend Praxis und Erfahrung zu empfehlen.

Informationen zu einzelnen Bereichen

Wie werde ich am Besten Komparse oder Statist am Theater?

Statisten und Komparsen werden vor allem von großen Theatern und Opernhäusern regelmäßig benötigt. Kleine Studio-, Zimmer-, Experimentier- oder Laientheater benötigen dagegen eher selten Statisten.

Jedes Theater hat jemanden der für die Suche von Statisten zuständig ist. Große Theater haben meist sogar eine eigene Abteilung nur für Statisten und Komparsen. Fragt bei den Theatern in Euerer Stadt und der Umgebung an. Oft berichten auch lokale Tageszeitungen über Proben und Statistengesuche in Eueren örtlichen Theatern.

Castingagenturen spielen in diesem Bereich keine Rolle.

Statist am Theater ist eine wunderbare Möglichkeit um erste schauspielerische Erfahrungen zu sammeln und zu sehen, ob einem diese Branche wirklich liegt!

Typische Gagen liegen bei 10 bis 20 Euro pro Probentag und 20 bis 40 Euro pro Aufführung. Weitere Spesen und Fahrtkosten werden normalerweise nicht bezahlt!

Wie werde ich am Besten Komparse oder Statist beim Film?

Sehr viele Statisten und Komparsen werden von Filmakademien und Medienhochschulen gebraucht. Dort wird zwar meist wenig oder gar nichts bezahlt, aber dafür erhält man viele gute Kontakte. Zum Sammeln von ersten Erfahrungen und wichtigen Referenzen sind Hochschulfilme optimal.

Manche Filmakademien und Medienhochschulen haben eigene Castingabteilungen wo man sich eintragen kann. Oft hilft auch ein regelmäßiger Blick auf schwarze Bretter dort und auf Laternenmasten rundum. Studentische Filmproduktionen suchen oft auch im Internet.

Bezahlte Komparsen- und Statistenjobs werden von Film- und Fernsehproduktionsfirmen vergeben. Fast nie von den Fernsehsendern selbst.
Große Film- und TV-Produktionsfirmen habe eine eigene Abteilung für die Komparsen- und Statistensuche.
Viele Produktionsfirmen nutzen auch externe klassische Castingagenturen wie man sie im Telefonbuch findet.

Ein sehr guter Tipp ist es, sich im Abspann von Fernsehsendungen und Serien die Namen der Produktions- und der Castingfirmen zu merken und dann deren Homepage im Internet zu suchen. (Oder auch die Homepage der Sendung selbst.) Dort findet man fast immer Infos wie man sich als Komparse bewerben kann.

Internet-Castingagenturen spielen in diesem Bereich so gut wie keine Rolle.

Beim Casting muss ein kurzer Fragebogen ausgefüllt werden und es werden einige wenige einfache (Schnappschuss-)Fotos gemacht. Man muss aber normalerweise nichts vorspielen, keinen Vertrag unterschreiben und auch nichts bezahlen. (Weder für das Casting, noch die Fotos oder die Karteiaufnahme!)

Typische Gagen liegen bei 50 bis 80 Euro pro Drehtag. Weitere Spesen und Fahrtkosten werden normalerweise nicht bezahlt!

Weitere Infos zum Thema Castingagenturen findet Ihr in meinem Text: Woran erkennt man seriöse Castingagenturen?

Wie werde ich am Besten Kleindarsteller oder Schauspieler am Theater?

Der klassische, teuere und sehr schwere Einstieg ist eine Schauspielausbildung. Eine gute Ausbildung ist aber durch nichts zu ersetzen und ein Garant für eine langfristige und gut bezahlte Karriere als Schauspieler.

Wer nur Rollen als Kleindarsteller anstrebt oder sich für außerordentlich begabt hält, kann evtl. auch auf die Schauspielausbildung verzichten und direkt als Darsteller einsteigen.
In diesem Fall empfiehlt es sich, schon in frühen Jahren (Kindheit/Jugend) mit der Schauspielerei angefangen zu haben. Optimalerweise sollte man einige Jahre Erfahrung am Schultheater haben.

Man beginnt zuerst mit kleinen Rollen an Laientheatern, arbeitet sich dort zu Hauptrollen hoch, wechselt dann zu kleinen Rollen an größeren Theatern und arbeitet sich auch dort wieder hoch.

Der Weg ist zwar lange und beschwerlich und viele junge Leute wollen heute nicht mehr so lange Arbeiten bis zum Erfolg. Für eine langjährige Karriere als Schauspieler und gut bezahlte Rollen sind aber vor allem drei Dinge notwenig: Viele verschiedene Rollen gespielt zu haben, sehr viel Schauspielerfahrung von verschiedenen Theatern zu haben und zu wissen wo die eigenen Stärken und Schwächen liegen. All dies bekommt man vor allem an kleinen Theatern und durch langsames Ausprobieren und Hocharbeiten.

Fragt bei kleinen Amateur- und Laientheatern in Euerer Stadt und der Umgebung an, ob ihr dort mal mitmachen könnt. Anfangs nur als Statist, dann als Kleindarsteller und je nach Begabung mit der Zeit auch als größere Rolle. Gerade in kleinen Theatern sind die Aufstiegschancen für gute Leute sehr viel besser und schneller wie an großen.
Manchmal berichten auch Tageszeitungen über Theatergruppen und Proben in Eueren örtlichen Theaterlandschaft.

Castingagenturen spielen in diesem Bereich keine Rolle. Schauspieleragenturen erst bei professionellen Schauspielern.

Wie werde ich am Besten Kleindarsteller oder Schauspieler beim Film?

Um als Schauspieler bei Film und TV langfristig erfolgreich werden zu können ist eine vorherige mehrjährige Erfahrung als Schauspieler oder Kleindarsteller am Theater dringend anzuraten. (Siehe obiger Abschnitt zum Theater.)

Ohne professionelle Schauspielausbildung oder langjährige Theatererfahrung hat man keinerlei Chancen auf "richtige" (Sprech-)Rollen bei Film und TV. Und schon gar nicht auf gut bezahlte Jobs oder langfristige Karrieren.

Also auf jeden Fall erst Mal eine Schauspielausbildung machen oder viel Theatererfahrung sammeln.

Sehr interessant ist die Arbeit für Filmakademien und Medienhochschulen. Dort wird zwar meist wenig oder gar nichts bezahlt, aber dafür erhält man viele gute Kontakte. Zum Sammeln von ersten Erfahrungen und wichtigen Referenzen sind Hochschulfilme optimal. Ohne Schauspielausbildung oder Theatererfahrung erhält man aber auch dort keine großen Rollen.

Castingagenturen und Schauspieleragenturen spielen nur bei professionellen Schauspielern eine Rolle. Internet-Castingagenturen spielen in diesem Bereich so gut wie keine Rolle.

Wie werde ich am Besten Moderator beim Radio?

Radiomoderator kann man nicht direkt werden. Es gibt zwei indirekte Einstiegsmöglichkeiten:
Eine klassische Schauspieler- oder Sprecherausbildung ist vor allem für Nachrichtensprecher empfehlenswert.
Oder eine Ausbildung zum Redakteur (Volontariat), Berufspraxis als Redakteur und evtl. eine Sprechausbildung.

Die meisten Radiosender rekrutieren ihre Moderatoren aus ihren Redakteuren. Insofern ist eine abgeschlossene Ausbildung zum Redakteur fast zwingend notwendig um Radiomoderator zu werden.

Castingagenturen spielen in diesem Bereich keine Rolle.

Wie werde ich am Besten Moderator beim Fernsehen?

Moderator kann man nicht direkt werden. Es gibt zwei indirekte Einstiegsmöglichkeiten:
Eine klassische Schauspieler- oder Sprecherausbildung plus redaktionelle Erfahrung.
Oder eine Ausbildung zum Redakteur (Volontariat), mehrjährige Berufspraxis als Redakteur und evtl. eine Moderationsausbildung.

Wer sich dann gut verkaufen kann und es schafft in seinem Sender auf sich aufmerksam zu machen, kann es vielleicht zum TV-Moderator bringen. Eine abgeschlossene Ausbildung zum Redakteur ist dringend angeraten.

Castingagenturen spielen nur bei professionellen Moderatoren eine Rolle. Internet-Castingagenturen spielen in diesem Bereich keine Rolle.

Verkaufs- und Glücksspielsender suchen teilweise auch direkt über ihre Homepage.

Wie werde ich am Besten Fotomodel?

Überdurchschnittliches Aussehen, extreme Disziplin, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit und große Leidensfähigkeit sind oberste Voraussetzungen für eine Karriere als Model.
Modelkurse, teuere Sedcards und Castingagenturen bringen bei Anfängern nur wenig.

Sinnvoller sind erste Erfahrungen als Model. Hierfür eignen sich besonders Nachwuchs-Modelwettbewerbe wie sie in vielen Zeitschriften ausgeschrieben werden. Als Anfänger, der Erfahrungen sammeln muss, sollte man sich gezielt auch bei sehr kleinen und unbekannten Wettbewerben anmelden, weil dort die Chancen größer sind.

Auch interessant sind Referenzen als Model bei Modeschauen von örtlichen Modegeschäften, Friseuren oder Stadtfesten. Einfach mal dort nachfragen, woher die ihre Modelle haben.

Ebenfalls sehr zu empfehlen ist die Arbeit als Model für Design-, Friseur- und Modeschulen. Dort wird zwar meist wenig oder gar nichts bezahlt, aber dafür erhält man viele gute Kontakte. Zum Sammeln von ersten Erfahrungen und wichtigen Referenzen sind solche Jobs optimal.

Referenzen und Fotos von vielen solchen kleinen Auftritten sind bei der Jobsuche wesentlich erfolgversprechender als teuere Hochglanzfotos vom Fotografen oder Nobel-Sedcards!

Erst wer eine gewisse Anzahl an Fotos, Referenzen und Erfahrungen gesammelt hat sollte sich auf die Suche nach einer passenden Modelagentur machen. Der Weg ist allerdings lang, hart und mit vielen Absagen gepflastert. Besonders wer wenige Referenzen und Fotos vorweisen kann hat kaum Chancen.

Adressen von Modelagenturen findet man im Telefonbuch / Gelbe Seiten. Manchmal auch in Berichten von Illustrierten, Jugend- und Stadtmagazinen.

Kleinanzeigen in Zeitungen oder Internet-Castingagenturen spielen in diesem Bereich kaum eine Rolle. Dafür ist dort die Gefahr sehr groß an schwarze Schafe zu gelangen oder notgeile Männer anzulocken.

Wie werde ich am Besten Aktmodell für Kunst?

Kunstakademien, Kunsthochschulen, Medienhochschulen, Architekturschulen, Bildungswerke, Kunstschulen, Kultur- und Kunstvereine und freie Künstlergruppen suchen regelmäßig neue und gute Modelle für Aktzeichnen und Aktmalen.

Telefonnummern und Adressen findet man im Telefonbuch / Gelbe Seiten. Einfach anrufen oder hingehen und sich bewerben bzw. auf die Modellliste setzen lassen.

Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Aktmodell sind: Extreme Disziplin, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, Experimentierfreude, ein wenig körperliche Fitness und natürlich keine Probleme damit, sich auch an Tagen an denen man sich unwohl fühlt, in sehr nüchterner Umgebung und in Gegenwart von Menschen die einem evtl. sogar unsympathischen sind, vollständig nackt präsentieren zu können. (Als Aktmodell hat man keine Möglichkeit sich die Stimmung, Umgebung und Künstler auszusuchen mit denen man arbeiten will.)
Sonderlich eitel sollte man ebenfalls nicht sein.

Auch wenn es, besonders für viele Männer, sehr verlockend erscheint, mit dem Zeigen des nackten Körpers Geld zu verdienen, ist dringend davon abzuraten, aus erotischen Gründen als künstlerisches Aktmodell zu arbeiten. Es geht bei der Herstellung von Aktkunst meistens extrem nüchtern und unerotisch zu. Das Ganze ist, mehr oder weniger, ein Job wie jeder andere. Man hat als Aktmodell also normalerweise keine Möglichkeit die erotischen Vorlieben auszuleben. Im Gegenteil, dies wird von den meisten Kunstschulen und Künstlern überhaupt nicht toleriert! Wer also aus erotischen Motiven Modell steht und seinen Körper nicht unter Kontrolle halten kann, fliegt üblicherweise in kürzester Zeit raus und landet auf der schwarzen Liste.

Castingagenturen spielen in diesem Bereich keine Rolle.

Typische Gagen für Aktzeichnen und Aktmalen liegen bei 15 bis 20 Euro pro Stunde. Wobei ein Kurs oder eine Veranstaltung meist nur 2 bis 3 Stunden dauert.
Da das Angebot an Aktmodellen sehr viel größer ist als die Nachfrage, erhält man relativ selten einen Job. Männer haben zudem deutlich schlechtere Chancen als Frauen, weil Angebot und Nachfrage bei ihnen stark auseinanderklaffen. (Auf einen Job als Aktmodell bewerben sich normalerweise 4 bis 5 Frauen und 20 bis 30 Männer.)

Modelle für Aktfotografie werden im Kunstbereich nur sehr selten gesucht. Typische Gagen sind dann 20 bis 40 Euro pro Stunde.

Weiterführende Infos: Fragen an ein Aktmodell - Häufige Fragen und Antworten an ein männliches Aktmodell

Wie werde ich am Besten Aktmodell für kommerzielle Fotografie?

Als Mann nur mit absolut überdurchschnittlichem Aussehen, topgeformtem makellosem Körper und perfekter Körperkontrolle.

Als Frau mit attraktivem Äußeren und sehr großer Freizügigkeit.

Einstieg am Besten durch Sammeln von Erfahrungen bei Fotoclubs oder -vereinen. (Vorsicht bei Fotoamateuren.) Sobald einige Referenzen und Fotos vorliegen auch Bewerbung bei entsprechenden Fotografen oder Zeitschriften.

Interessant sind hier auch verschiedene Internet-Modellpräsentations-Webseiten.

Die Gagen schwanken in diesem Bereich sehr stark und sind abhängig von Freizügigkeit und Verwendungszweck der Bilder, irgendwo zwischen 50 und 150 Euro pro Stunde.

Wie werde ich am Besten Pornodarsteller?

Da ich das regelmäßig gefragt werde, auch hierzu eine klare Ansage. - Ich weiß, dass meine Schilderungen hier sehr drastisch sind, aber leider scheinen es viele Männer anders nicht zu kapieren:

Als Mann hat man absolut keine Chance!

Der Bedarf an männlichen Pornodarstellern ist minimal, die Bewerberzahl absolut gigantisch riesig. (Auf einen Job kommen ca. 20000 bis 30000 Bewerber!)

Die körperlichen Anforderungen sind riesig: Stundenlange extreme Standfestigkeit in unerotischer Umgebung, ungemütlicher Körperhaltung und mit teilweise unsympathischen Zuschauern. Einen glaubhaften Orgasmus vorspielen können ohne ihn wirklich zu bekommen. Mehrere Orgasmen in kurzer Zeit hintereinander und trotzdem nach kürzester Zeit wieder absolute Standfestigkeit.

Und all dies in einer meist sehr unerotischen Umgebung, mit teilweise unsympathischen Zuschauern und oft ohne die Möglichkeit sich erotische Gedanken machen zu können! (Genau diesen Punkt unterschätzen alle Männer!!!)

Da 99,9 Prozent aller Männer beim Einstellungstest durchfallen, arbeiten die Produktionsfirmen normalerweise jahrelang mit den selben Männern und geben Nachwuchsdarstellern keine Chance. (Außer die Männer bezahlen dafür.)

Frauen haben dagegen gute Berufschancen wenn sie entsprechend freizügig und tabulos sind. Allerdings sollte man als Frau diese Karriere nur anstreben, wenn man wirklich großen Spaß an Sex hat, und sich auch in unerotischer Umgebung und mit Männern die einem nicht wirklich zusagen, entspannen und fallen lassen kann.

Wer sich als Frau zu dieser Arbeit, nur des Geldes wegen, überwinden muss, wird weder dauerhaften Erfolg noch Spaß an dem Job haben. Die Gagen sind zudem seit einigen Jahren im freien Fall, da die meisten Produktionen heute bevorzugt mit sehr billigen osteuropäischen Frauen arbeiten.

Bewerbungen einfach direkt bei den entsprechenden Videofirmen und Zeitschriften. (Internethomepages!)

Für weibliche Pornodarstellerinnen liegen die Gagen, je nach Erfahrung, Freizügigkeit und Größe der Produktion, zwischen 150 und 400 Euro pro Dreh/Shooting.


Der Autor dieser Webseite

Thomas Numberger, Jahrgang 1972. Studium Bibliothekswesen und Medienwissenschaften. Interessiert an praktischen Kommunikationswissenschaften und angewandtem Informationsmanagement. Seit 1981 Autor und Texter. Seit 1994 Online-Redakteur und Webmaster. Seit 1995 bei Kino-, Film- und Fernsehen tätig. (Technik, Regie, Aufnahmeleitung und vieles mehr.) Seit 1996 im Eventmanagement tätig. Seit 1997 als Künstlermodell und Komparse im Einsatz, sowie wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Thema Nacktheit. Seit 2004 als Wanderführer tätig. Arbeitet fast nur im nicht-kommerziellen, gemeinnützigen und ethisch-moralisch korrekten Bereich und sucht sich seine Auftraggeber sehr genau aus. Daher schlägt er sich meist mit schlecht bezahlten Aushilfsjobs, mehr schlecht als recht, durch. Wird, immer wieder Mal, von einigen wenigen netten Spendern finanziell unterstützt. - Danke!


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